Am Flughafen Basel-Mulhouse gilt die EU-Fluggastrechteverordnung

Der Flug, mit dem ein Passagier von den Kapverden nach Basel-Mulhouse fliegen wollte, musste aufgrund eines geplatzten Reifens nach Frankfurt umgeleitet werden. Von dort fuhr der Fluggast mit einem Bus zu seinem Ziel Basel-Mulhouse, welches er mit einer Verspätung in Höhe von fast sechs Stunden erreichte.

Von der Airline verlangte der Passagier wegen der massiven Flugverspätung eine Ausgleichszahlung in Höhe von 600,00 Euro nach der EU-Fluggastrechteverordnung. Die Airline weigerte sich jedoch, diese zu zahlen und berief sich darauf, dass der Flughafen BSL in der Schweiz und daher nicht innerhalb der Europäischen Union liege und die EU-Fluggastrechteverordnung somit dort nicht gelte. Der Fluggast ließ sich von dieser Argumentation nicht beeindrucken, verklagte die Airline schließlich und bekam vom Amtsgericht Hannover Recht.

Das Gericht ist der Auffassung, dass dem Passagier die Entschädigung aufgrund der massiven Verspätung zusteht, denn der Flughafen Basel-Mulhouse befinde sich komplett auf französischem Staatsgebiet. Selbst der schweizer Sektor des Flughafens befinde sich komplett auf französischem Gebiet. Daher sei die EU-Fluggastrechteverordung auf Flügen von und zum Flughafen Basel-Mulhouse sehr wohl anwendbar.

Amtsgericht Hannover, Urteil vom 28.03.2014 , Az. 562 C 9420